Sektion Schatzfund auf der Osnabrücker Hütte

 

Bericht des Hüttenreferentenen

Bei Umbauarbeiten auf der Osnabrücker Hütte stößt das Helferteam auf einen sagenhaften Schatz alter Münzen. Was war geschehen?

Ein Team von acht Bergfreunden der Osnabrücker Sektion hatte sich am 03.10.2018 auf den Weg zur Osnabrücker Hütte gemacht. Es sollten Vorbereitungsarbeiten für die Erneuerung der Küche ausgeführt werden. Als wir bei Sturm, Regen und etwas Schneetreiben auf der Hütte ankamen, stellten wir fest, dass unsere Hüttenwirtin Anneliese Fleißner mit ihrem Sohn Lukas schon eine Not-Küche im Stammtischraum aufgebaut hatte. Außerdem waren das gesamte Geschirr und alle übrigen Geräte in den Meller Raum ausgelagert worden. Eine perfekte Vorbereitung und wie immer ein herzlicher Empfang unseres Teams.

Am Donnertag, bei allerschönstem Alpenwetter, begann für uns die Arbeit:

  • Die alten Küchenmöbel abbauen und zum Transport zur Staumauer auf einen PKWAnhänger verladen
  • Alle elektrischen Zuleitungen und Anschlüsse demontieren
  • Den E-Herd und den Warmhalteschrank im Gastraum zwischenlagern
  • Den alten Holzofen abbauen u. verschrotten
  • Die Spülmaschine behelfsmäßig im Wäscheraum aufstellen
  • Umlegen der vorhandenen Wasserleitungen
  • Neuverlegen der elektrischen Zuleitung für E-Herd, Wärmeschrank und Steckdosen
  • Abbau der alten Deckenverkleidung und Reinigung der Holzbalken
  • Erneuerung der Wand zum Gastraum

Wir hatten also ein umfangreiches Programm für die nächsten 10 Tage vor uns.

Bei der Demontage der alten Küchenschränke stieß das Team dann auf den Geldschatz! Nachdem Anneliese dann am Abend das Geld “gewaschen“ hatte, wurde nach dem „Vieraugenprinzip“ gezählt. Der Schatz bestand aus alten Schillingmünzen, umgerechnet ein Be- trag von “nur“ 30 Euro. Die erhoffte Finanzierung der Umbaumaßnahme durch den Schatzfund hatte sich damit jäh zerschlagen.

Der Abbau des alten Kochherds gestaltete sich schwierig. Nach Demontage der Kochplatte zeigte sich ein massiver Block aus vermauerten bzw. betonvergossenen Schamottesteinen. Schwere Bergmannsarbeit mit Boschhammer, Hammer und Meißel sowie Spitzhacke war angesagt. Am Ende waren ca. 1.500 kg Mauerschutt und 500 kg Metallschrott abgebaut worden.

 

 

Die alten Wasserrohrleitungen freilegen und einen Bodenschlitz nebst Wanddurchbruch für die Verlegung der Elektroleitung war die nächste staubende Aufgabe. Jetzt musste ein Einkaufszettel für den Baumarkt in Spittal /Drau erstellt werden. Wir brauchten Bauplatten für die Erneuerung der Küchenwand zum Gastraum, Farbe, Gips, Elektro- und Wasserinstallationsmaterial, Schnellestrich, Schrauben und Schokolade. Ja richtig! Anneliese versorgte uns sehr gut mit Verpflegung und vor allen Dingen Getränken, aber einige Teammitglieder hatten ein erhöhtes Bedürfnis nach Schokolade!

Am nächsten Tag machten sich drei Mann auf den langen Weg ins Tal. Eine Tagesreise, aber am Ende waren alle gewünschten Dinge (einschl. Schokolade) beschafft und auf die Hütte transportiert worden.

Am Sonntagabend war dann alles soweit, dass der Klempner wie geplant am Montag die Rohrarbeiten ausführen konnte.

Unser Elektriker Herbert konnte die Elektroleitung im neuen Bodenschlitz verlegen und der Boden konnte unter fachmännischer Leitung von Helmut mit Schnellestrich verschlossen werden.

So ganz nebenbei wurde die Wand zum Gastraum erneuert, das Gewirr aus Elektroleitungen beseitigt und die Vorbereitung für eine neue E-Installation für den Küchenbereich durchgeführt. Wir mussten uns beeilen, am Donnerstag war Termin für den neuen Kunstharz-Fußboden. Dann konnten in der Küche keine Arbeiten mehr gemacht werden. Auch sollte noch eine “Zeitkapsel“, bestehend aus einer Seite Tageszeitung und einem Teil des gefundenen Geldschatzes, ergänzt um neue Euro-Münzen und einem Foto aller Beteiligten, in der Gastraumwand “vermauert“ werden.

Es standen aber noch Arbeiten außerhalb an:

  • Die Tische und Bänke auf der Sonnenterasse wurden abgeschliffen und neu gestrichen
  • Unser Wegebauteam, Heinz und Erich, wollten die zerstörte Brücke über den Fallbach demontieren
  • Stufen im Eingang zum Winterraum und zum Gastraum wurden erneuert
  • In Vorbereitung zur 120-Jahrfeier 2019 wurden neue Hüttenschilder aufgehängt. 

Am Samstagabend konnte dann auch eine erfolgreiche Bilanz gezogen werden. Alle Arbeiten waren geschafft, niemand war verletzt und alle Beteiligten haben die Zeit trotz der vielen Arbeit dank der guten Pflege durch Anneliese, genossen.

Am Sonntag, 14.10.18 haben wir uns dann auf den Heimweg gemacht. Herzlichen Dank an alle Mitstreiter und besonders an Anneliese und Lukas für ihre Unterstützung. Ich hoffe, dass wir auch im nächsten Jahr genügend Helfer haben (bitte melden: huettenreferent(at)dav-osnabrueck.de).