Tagesausflug der DAV-Wandergruppe nach Essen

Am 08.06.2018 war es wieder so weit: Die DAV-Wandergruppe startete zu ihrer jährlichen Bustagesfahrt. 30 Wandergruppenmitglieder haben sich um 8:15 Uhr versammelt um ins Ruhrgebiet nach Essen zu fahren. Leider mussten 6 Mitglieder wegen Krankheit oder sonstigen Verpflichtungen kurzfristig absagen. Bei gutes Stimmung und schönem Reisewetter konnten wir dann die Fahrt in einem komfortablen Reisebus von der Firma Beckermann (Bramsche) starten.

Erstes Ziel in Essen war die Siedlung Margarethenhöhe mit einer 90-Minuten-Führung die in zwei Gruppen durchgeführt wurde. Die Margarethenhöhe ist ein Stadtteil im Süden von Essen, unweit des heutigen Grugaparks gelegen. Unter der Stiftung von Margarethe Krupp (1854 – 1931), der Witwe des bekannten Industriellen und Unternehmers Friedrich Alfred Krupp (1854 – 1902), wurde an dieser Stelle ab 1906 anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter mit den Planungen einer neuen Siedlung zum Ziele der Schaffung günstiger Wohnungsbedingungen nicht nur für Angestellte und Mitarbeiter des Krupp-Konzerns begonnen. Der Bau der ersten Häuser, auf einem Gelände von 50 Hektar, begann im Jahre 1910. Bis 1938 entstand die Siedlung in 29 Bauabschnitten unter dem ausführenden hessischen Architekten Georg Metzendorf. Die Margarethenhöhe, benannt nach der Stifterin, zählt im Bezug auf die Architektur zu den ersten sogenannten Gartenstädten. Heute existieren zu diesem Begriff zwei Definitionen. Während größtenteils namensentsprechend unter einer Gartenstadt ein Vorort mit hohem Grünanteil und Gärten verstanden wird, zielt der Originalentwurf auf die Gründung kleiner, in sich geschlossener Orte auf der »Grünen Wiese« mit allen Versorgungsfunktionen einer Stadt, guten Wohnverhältnissen und niedrigen Preisen. Dazu sollten die Vorteile von Stadt- und Landleben kombiniert werden.

Die Margarethenhöhe wurde vom Architekten unter dem Vorbild der neu aufgekommenen Gartenstadt-Bewegung errichtet. Durch ihre Geschlossenheit, die nicht nur baulich, sondern auch topographisch durch eine Lage auf einem Plateau erreicht wurde, und die Lage vor dem Stadtkern von Essen, wird die Siedlung als eine der ersten deutschen Gartenstädte angesehen. Die Architektur der zunächst freistehenden Giebelhäuser und später zu Einheiten zusammengefügten Reihenhäuser ist sehr ähnlich, jedoch sehr abwechslungsreich gestaltet. Alle beinhalteten bereits nach ihrer Errichtung Bäder und Öfen, was für die damalige Zeit ein besonderer Fortschritt war. Auffällig sind, wie bereits erwähnt, sehr blumige Straßennamen, die ein optimales Zuhause beschreiben: „Schöngelegen“, „Daheim“, „Stiller Weg“, „Heimgarten“, „Trautes Heim“, „Sonnenblick“ oder „Im Stillen Winkel“ sind Beispiele dafür.

Seit 1987 steht die Margarethenhöhe unter Denkmalschutz und kann wie jeder normale Stadtteil frei besucht werden. Bei der anschaulichen Führung, gab es so viel zu entdecken, dass die Zeit wie im Flug verging. Wir waren überrascht wie vielfältig die baulichen Themen schon damals waren. Wer die Margarethenhöhe auf eigene Faust besuchen will, sollte auf jeden Fall noch mehr Zeit investieren, es lohnt sich.

Von der Margarethenhöhe sind wir zum Mittagessen zu den Südtiroler Stuben am Baldeneysee gefahren. Das Restaurant liegt direkt am See und erlaubt einen schönen Blick auf den Baldeneysee. Hier hatten wir einen eigenen Speiseraum und alle, schon auf der Hinfahrt nach Essen ausgesuchten und bestellten Gerichte, wurden schmackhaft zubereitet. Auch der Service klappte vorzüglich, sodass wir immer im Zeitrahmen blieben.

Um 14:00 Uhr sind wir zu unserer 2-Stündigen Stadtrundfahrt Essen gestartet. Eine sehr kompetente Reiseleiterin hat uns die Geschichte, Geheimnisse, Kultur und Sehenswürdigkeiten der Stadt Essen vermittelt. Nie langweilig und mit einem unerschöpflichen Wissen ausgestattet wurden wir informiert. Nachfolgende Stationen wurden während der Rundfahrt angesteuert: Villa Hügel, Welterbe Zollverein, Grugapark, Aalto Theater, Alte Synagoge, Museum Folkwang, das neue Rathaus und die neue Firmenzentrale der ThyssenKrupp AG. An mehr kann sich der Autor dieses Artikels aber leider nicht erinnern.

Die Stadtrundfahrt endete wieder am Baldeneysee. Dort hatten wir noch einmal die Gelegenheit vor der Rückfahrt in den Südtiroler Stuben die Toiletten zu benutzen. Diesen Halt haben wir dann auch gleich genutzt um eine Kaffee- und Kuchentafel aufzubauen. Den Marmor- und Zitronenkuchen hatte Brigitte bei Konditorei Lohmann backen lassen. Der Kaffee wurde vom Busfahrer gekocht. Bei sehr schönem Wetter hatten wir ein richtig schönes Picknick am Reisebus.

Nachdem wir noch ein paar Erinnerungsfotos gemacht haben sind wir zu unserer Rückfahrt aufgebrochen. Bei der Rückfahrt brauchten wir schon einiges an Gelassenheit, denn die Autobahnen waren übervoll. Mit Verspätung sind wir dann um ca. 19 Uhr in Osnabrück wohlbehalten angekommen. Resümee der Tagesfahrt: Viel gehört und gesehen, gutes Essen, gute Stimmung, gutes Wetter und alle rechtschaffend müde. Was will man mehr!
Martin Goldkamp
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